Laura Klatte

Mobile Pferdeausbildung


Blog

Manchmal muss ich selbst auch einfach mal Dinge loswerden! Oftmals veröffentliche ich diese dann über meine Facebookseite. Damit der ein oder andere persönliche Kommentar von mir nicht ganz verloren geht, sind diese in Form eines "Blogs" hier nachzulesen.

 


 

30. Januar 2016: Missgunst unter Pferdemenschen

 

Jetzt muss ich mal was loswerden:

Die Weiten des Internets sind doch Fluch und Segen zugleich. Gibt es eigentlich auch andere Sportarten bzw. Tierhalter, bei denen so viel Missgunst herrscht, wie in der Pferde- und Reiterwelt?
 

Es gibt viele Gruppen auf Facebook, in denen sinnvoll rund ums Pferd und die Reiterei diskutiert werden soll und in denen es um den fairen, korrekten Umgang mit dem Partner Pferd geht.

Aber nahezu alles, was dort gepostet wird, sind:

  • Fotos (also reine Momentaufnahmen) von Pferden und Reitern, die dann "diskutiert" werden sollen -> endet nahezu immer in einem Verriss des Reiters und des Pferdes
  • Videos (ebenso oft völlig zusammenhangslos und ohne näheren Kontext) die diskutiert werden sollen -> endet wieder nahezu immer im Verriss des Reiters/Trainers und das "toooootal" schlechte Gebäude des Pferdes
  • Links von Büchern, die (dies ist jetzt ein sehr fallbezogenes Beispiel, da ich die Autorin kennenlernen durfte) solchen Reitern mit Pferden ohne "Bilderbuch-Anatomie" helfen sollen, welche dann kommentiert werden á la "so verdient sich Geld: erst kaputt züchten, dann Geld drausmachen!"

Ja - unsere heutige Sportpferdezucht kann wirklich nicht das Maß der Dinge für die Zukunft sein.
Ja - es gibt wirklich wirklich viele Trainer, die leider nicht pferdegerecht reiten.
Ja - es gibt eine Menge unschöner Videos und Fotos im Internet.

 

ABER:
Gibt es von Euch wirklich keine einzige ungünstige Momentaufnahme? Ein Foto oder kurzes Video, bei dem das Pferd:

  • gerade gegen den Zügel ging
  • hinter dem Zügel lief
  • sich aufrollte
  • mit dem Schweif schlug
  • die Ohren schief hielt
  • einen ungünstigen Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte etc. OHNE das Außenstehende wissen, was vielleicht in diesem einen Moment drumherum gewesen ist?

...oder der Reiter:

  • gerade die Hand zu hoch/tief gehalten hat
  • leicht im Stuhl-/Spaltsitz gesessen hat
  • den Absatz hochgezogen hat
  • den Oberkörper zu weit vorne/hinten gehalten hat etc. OHNE das Außenstehende wissen, was vielleicht in diesem einen Moment drumherum gewesen ist?

Habt ihr euch eure Pferdes mal in Ruhe angesehen und seit wirklich überzeugt davon, dass bei eurem Pferd alles in bester Ordnung ist? Also z.B.:

  • Gebäude wie aus dem Lehrbuch (weil die aktuelle "Zuchtprodukte" ja nunmal definitiv nicht gekauft/geritten werden können)
  • 1a tip top gepflegte Hufe, ohne jegliche Fehlstellung, die natürlich mehr als pünktlich kontrolliert werden
  • einen Sattel, der natürlich immer passt, weil er alle paar Wochen, max. Monate (denn ja: so schnell verändert sich ein Pferd durchaus mal!) von einem qualifizierten Sattler angepasst wird
  • wirklich bedarfsgerecht ernährte Vierbeiner (die nicht zu dünn ODER zu dick sind) mit gutem Immunstatus (und dazu gehört auch das mittlerweile vielerseits verhasste Impfen)
  • einen Reiter, der für das Pferd nicht zu schwer ist (denn in meinen Augen ist z.B. ein Kaltblüter kein Gewichtsträger, nur weil er nahezu eine Tonne wiegt und selbiges Gewicht als Zugpferd auch ziehen kann -> dies ist aber ein besonders großes Streitthema, mit den unterschiedlichsten Studien und noch immer keinen endültigen Ergebnissen)

Ich überprüfe jedes Bild (!!!) das ich poste zig Mal - immer mit der Angst im Hinterkopf, dass irgendjemand aus der großen Facebook-Community der Ansicht sein könnte, dass das, was ich da mache, keine Pferdeausbildung, sondern "Tierquälerei" sei. Und dabei versuche ich doch immer, den Pferden gegenüber zwar konsequent, aber dennoch mehr als fair zu bleiben! Zumindest ist das meine Überzeugung und auch mein persönliches Credo - aber vermutlich wirkt das auf Außenstehende auch wieder ganz ganz anders...

In solchen Gruppen/Foren, von denen ich mir manches Mal doch wirklich viel erhofft hatte, treffe ich auf genau so viele Lästereien (wenn auch anderer Art), wie in den einschlägigen Sportreiterei-Gruppen im Internet.

 

Liebe Leute, versteht mich nicht falsch. Ja, das hier ist meine eigene Meinung. Aber dennoch bin ich eigentlich der selben Überzeugung wie ihr: gemeinschaftliches Arbeiten mit dem Freund Pferd und nicht nur das "Trainieren eines Sportgerätes"!
Aber gehört dazu nicht auch ein respektvoller Umgang zu anderen Begeisterten, dieser so wunderbaren Geschöpfe und auch dieser wahnsinnig tollen Sportart?

Bitte bedenkt sowas, bevor ihr das nächste Mal etwas kommentiert, was man vielleicht doch nicht so recht beurteilen kann. Hinter jedem Bildschirm sitzt ein Mensch mit Gefühlen. Und wirklich die Meisten davon lieben ihre Tiere und möchten nur das Beste für sie. Umso schmerzhafter können Kommentare oder Nachrichten treffen.

 

Danke!

 


 

29. Juni 2016: Zusammenfassung meines Tests der "Rambo Micklem Bridle"


Nachdem ich von einigen Kunden auf die einzigartige "Rambo Micklem Bridle" und deren Funktionsweise aufmerksam gemacht worden bin, habe ich mich mal im Internet über diesen Trensenzaum und seine Einsatzmöglichkeiten erkundigt.
Nach einigem hin und her überlegen hatte ich mich dazu entschlossen, mir die Trense zuzulegen, um sie ganz in Ruhe an verschiedenen Pferden testen zu können.
Im Folgenden mein persönliches Fazit dazu.

 

Ich habe mich für die Größe "Cob" entschieden, da die Köpfe unserer heutigen Sportpferde doch recht schmal sind. Das Anpassen des Zaums war zunächst verhältnismäßig sehr zeitaufwendig: einige Minuten haben wir an der Trense herumgeschnallt, erst ohne Gebiss, danach mit. Immer wieder haben wir das "Ergebnis" mit den Abbildungen auf der beiliegenden Information verglichen, bis es endlich passte. Mittlerweile - nach etwas Übung - ist das Anpassen des Zaums kein Problem mehr.


Der Riemen unterhalb des Gebisses hätte für meinen Geschmack auch in der Größe "Cob" länger sein können, um mehr Spielraum in der Spannung des Riemens zu ermöglichen.
Da ich aber davon ausgegangen war, dass das Leder in Zukunft noch nachgeben wird, war dies soweit für mich in Ordnung (Riemen saß nicht zu stramm!).
D
er Riemen unterhalb der Ganasche hätte gerne etwas stärker gepolstert sein können. Damit das anfangs noch recht harte Leder hier zu keinen Scheuerstellen führen konnte, habe ich einen
Schoner untergelegt.

 

Der untere Riemen (der keineswegs ein Sperriemen ist, sondern dazu dient, einen Teil des Drucks vom Gebiss auf die Nase umzulenken und das Gebiss ruhig im Maul zu halten!) darf nicht zu eng verschnallt werden, damit das Pferd noch genügend Spielraum hat, um überhaupt abkauen zu können.
Was mir nicht an den Riemen gefällt, ist, dass er zum einen (wie schon erwähnt) recht kurz ausfällt und zum anderen die Schnalle direkt an der empfindlichen weichen Hautpartie ums Maul herum aufliegt. Einige Pferdehalter berichten davon, dass Pferde Scheuerstellen am Kinn von dem Riemen aufweisen. Das Problem habe ich (zum Glück!) noch nicht feststellen müssen. Schön wäre es gewesen, wenn der Riemen etwas abgepolstert und die Schnalle anders positioniert worden wäre.

 

Nach einiger Zeit in Benutzung wurde das Leder tatsächlich weicher! Allerdings habe ich mir auch die Mühe gemacht, die Trense jedes Mal nach dem Reiten nicht nur zu Reinigen, sondern zu fetten. Das Lederfett habe ich anschließend nicht wegpoliert, sondern über Nacht einziehen lassen. Anderen Tag war die Trense dann vollständig getrocknet und nicht mehr fettig. Das Leder scheint sich also über diese Sonderbehandlung sehr gefreut zu haben.

 

Dadurch, dass das Leder langsam weicher geworden ist und vermehrt nachgab, lag auch der unterste Riemen im Test nicht mehr so eng an.
Das Genick
stück der Trense ist in meinen Augen ist es nicht ganz optimal anatomisch geformt, wenn auch es nicht auf die Halsmuskulatur drückt. Die breitere Auflagefläche soll den Druck besser verteilen und punktuelle Druckstelle vermeiden. Für meinen Geschmack liegt das das Leder allerdings häufig etwas zu dicht an den Ohren. Vermindert habe ich das Problem durch die Anschaffung eines neuen Stirnriemens, da der mitgelieferte doch recht knapp in der Länge ausfiel. Dadurch lässt sich meist schon verhindern, dass die Trense weiter in Richtung Ohren gezogen werden kann.

 

Der Übergang zwischen Backenstück und dem Nasenriemen ist an dieser Trense ebenfalls besonders. Dieser "Winkel" verläuft zwar direkt übers Jochbein des Pferdes, kann aber dort keinerlei Druck ausüben. Das Stück lässt sich leicht vom Jochbein mit einem Finger wegnehmen, sodass man problemlos hindurch sehen kann. Die Trense kann also meiner Erfahrung nach ohne Probleme so verschnallt werden, dass dieser Winkel direkt über dem Jochbein entlang läuft, da tatsächlich keinerlei Druck ausgeübt wird.

 

 

Das Gebiss wird mittels Gebissriemen befestigt, welche direkt vor dem "Knick" zum Nasenstück an einem Ring angebracht werden. Das Schöne ist, dass die Lage des Gebisses unabhängig von der Höhe des Nasenriemens höher oder tiefer gestellt werden kann. Ebenso ist mein Gefühl, dass das Gebiss dadurch deutlich ruhiger im Maul liegt, als an herkömmlichen Trensen.
Jedoch fallen auch diese Riemen wieder etwas kurz aus: Wären sie einige Zentimeter länger (2-3 cm), so könnte man das Gebiss noch besser unabhängig des Nasenriemens verstellen. Oftmals musste ich nämlich den Nasenriemen ein Loch tiefer stellen als er eigentlich verschnallt werden sollte, da das Gebiss sonst deutlich zu hoch sitzt und das Pferd recht unfreiwillig zum "Grinsen" gebracht werden würde. Abhilfe kann hierbei jedoch ein Sattler oder Schuster schaffen, bei dem man sich einfach längere Riemen anfertigen lassen kann.
 
Alles in Allem nutze ich die Trense oft und gerne an den verschiedensten Pferde! Ich bin überzeugt von der positiven Auswirkung aufs Pferd.
 
Weitere Fotos:

Nachdem ich von einigen Kunden auf die einzigartige "Rambo Micklem Bridle" und deren Funktionsweise aufmerksam gemacht...

Posted by Laura Klatte - Mobile Pferdeausbildung on Montag, 8. Juni 2015
 
 

 

21. April 2015: "Mobbing" in sozialen Netzwerken - ein NoGo!

 

Aus gegebenem Anlass mal etwas anderes:

 

Ich möchte Niemandem meinen Reitunterricht, meine Kurse oder meinen Beritt aufquatschen - auf keinen Fall! Manchmal hat man unterschiedliche Ansichten, manchmal passt es terminlich nicht, manchmal passt es aber auch einfach menschlich nicht zwischen einander.

In meinen Augen ist das etwas ganz normales und auch überhaupt nicht schlimm! Schade finde ich es nur, wenn dann öffentlich auf Seiten wie Facebook kommuniziert wird, dass man "nicht zu empfehlen" sei.

 

Schade, dass solche Personen mit mir oder meiner Arbeit nicht zufrieden gewesen sind, aber ich bin auch nur ein Mensch und kann nicht jeden Tag zu 100% funktionieren! Ich gebe IMMER mein Bestes, um Pferd und Reiter bzw. Besitzer zufriedenzustellen, bin bis abends spät zu erreichen auch wenn das Pferd nur 3 Haare schief liegen hat und stehe immer Rede und Antwort wo und wann und wie ich nur kann.

Mein Ohr ist nicht nur für Lob offen, auch Kritik nehme ich dankend an! In der Zusammenarbeit mit Pferden lernt man nie aus, entsprechend froh bin ich über neue Denkanstöße.

Wenn ihr Jemanden unbedingt davon abhalten möchtet, zu irgendeinem bestimmten Reitlehrer, Tierarzt, Hufschmied, Sattler, Heilpraktiker oder oder oder zu gehen, dann schreibt dieser Person doch bitte eine persönliche Nachricht. Alles andere ist nicht nur unfair, sondern unter Umständen auch geschäftsschädigend! Niemand möchte, dass seine Arbeit, in die man so viel Zeit investiert hat, öffentlich diffamiert wird. Bitte denkt an sowas, wenn ihr das nächste mal Jemanden nicht weiterempfehlen möchtet.