Laura Klatte

Mobile Pferdeausbildung


Seit Oktober 2014 biete ich zusätzlich zu meinen Dienstleistungen im Bereich Pferde- und Reiterausbildung die individuelle Schur von Pferden an. Grund dafür war, dass mit dem nahenden Winter das Fell der Pferde dichter und länger wird. Bei regelmäßiger Arbeit schwitzen die Pferde dann bereits nach kürzester Zeit sehr stark und es dauert oft mehrere Stunden, bis die Pferde wieder abgetrocknet sind.


Eine Entlastung kann da die Schur des Pferdes bringen. Durch das kürzere Fell schwitzen die Tiere weniger stark, trocknen schneller ab und kommen fast trocken nach dem Reiten zurück in den Stall. An das fehlende Winterfell gewöhnen sich Pferde sehr schnell, zumal hier mit entsprechenden Decken ausgeholfen werden kann. Gesundheitlich bedenklich ist es jedoch, dass noch nasse Pferd kalter oder feuchter Witterung auszusetzen.

Das Scheren eignet sich dabei für nahezu alle Pfertypen in allen Haltungsformen! Von der Teilschur für das Offenstallpferd bishin zur Komplettschur stehen alle Möglichkeiten offen!

Gerne berate ich Sie auch, welche Schur für Sie und Ihr Pferd die geeignetste zu sein scheint und wie Sie das Pferd anschließend eindecken sollten.

 

Im Folgenden einige Bilder meiner Scherarbeiten.


Irish-Cut:

 

Bei diesem Schurmuster wird die Unterseite des Halses samt Brust und Ellenbogenbereich geschoren. Ebenso wird auch das Fell am Bauch gekürzt, je nach Bedarf schert man nur den Bereich der Gurtlage (vor allem langes und dichtes Fell neigt hier stark zu Verklebungen, welche die haut reizen können) oder bei stark schwitzenden Pferden den gesamten Bauch.

Dadurch, dass die gesamte Hinterhand des Pferdes ungeschoren bleibt, eignet sich dieser Schnitt auch besonders gut für Pferde, die im Winter viel draußen gearbeitet werden.

 

Wallach "Rigo" mit Irish-Cut und komplett geschorenem Bauch.


Hunter-Cut:

(auch Jagdschnitt genannt)

 

Beim Hunter-Cut werden das Fell am Kopf, in der Sattellage und an den Beinen stehen gelassen, während das restliche Fell geschoren wird. Gut geeignete Schur für stark schwitzende Pferde, die regelmäßig gearbeitet werden. Eine Haltung tagsüber im Freien ist durch entsprechende Decken unbedenklich, eine Abschwitzdecke sollte zum Warmreiten aufgelegt werden.

 

 

Hunter-Cut bei Haflinger "Spumante".


Chaser-Cut:

(auch Halbschur oder Jagdschnitt genannt)


Allgemein werden bei biesem Schnitt die Unterseite des Halses, die Brust, der Bauch und die Seiten des Pferdes werden geschoren. An diesen Stellen schwitzen Pferde bei der Arbeit besonders stark. Dadurch, dass die komplette Oberlinie unberührt bleibt, können diese Pferde auch im Winter ohne Abschwitzdecke warmgeritten werden. Besonders geeignet für Pferde in (Teil-)Offenstall- oder Weidehaltung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Je nach Intensität der Arbeit und des Schwitzens kann der Anteil geschorenen Fells größer oder kleiner ausfallen. Bei Haflinger "Sky" wurde der Bereicht um die stark verschwitzen Flanken nach dem Reiten besonders großzügig geschorenen, ebenso verblieb nur ein recht schmaler Streifen an der oberen Halsmuskulatur.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wallach "Addy" würde ziemlich genau bis zur Körperhälfte geschorenen - ideal für ihn, da er zwar regelmäßig trainiert wird, aber auch im Winter tagsüber immer draußen ist. Aus ästhetischen Gründen verläuft der Streifen an der oberen Halsmuskulatur spitz zu, ebenso wurde der Kopf zur Hälfte geschoren.

 

 

 

Trace-Cut:

(auch Streifenschur oder Rallye-Schnitt genannt)

 

Der Übergang vom Chaser- zum Tracer-Cut ist relativ fließend. Die beiden Muster unterscheiden sich nur im Ausmaß dessen, wie viel an den Seiten weggeschoren wird. Wird nur der untere Bereich des Körpers geschoren, handelt es sich um eine Streifenschur. Schert man mehr Fell an den Seiten weg, ist dies ein Chaser-Cut.

 

Haflingerwallach "Nero" genießt sein Rentner-Dasein auf der Weide, kam jedoch nach sonnigen Tagen immer verschwitzt zurück in den Stall. Der Streifenschnitt brachte ihm Erleichterung.


Deckenschur:

 

Dieser Schnitt ist gleichermaßen für Sport- als auch Freizeitpferde geeignet. Die Höhe der Schur an den Seiten kann dabei beliebig variiert werden.
Die empfindliche Rücken-Nieren-Partie bleibt durch das stehengelassene Fell ausreichend gewärmt - das Pferd hat somit seine eigene Nierendecke dabei.
Eine Winterdecke ist bei einer solchen Schur natürlich trotzdem Pflicht, nur beim Reiten kann bei trockener Witterung auf die Abschwitzdecke zum Warmreiten verzichtet werden.

 

Wallach "Gonso" mit Deckenschnitt. Da dieses Pferd extrem nasse Flanken nach dem Reiten hat, haben wir uns dafür entschieden, die Schur an den Seiten möglichst hoch zu machen.

 

 

 

Ponystute "Minou Rouge" ebenfalls mit Deckenschnitt und Wunschmuster "Love" - ein dringlicher Wunsch ihrer 9-jährigen Besitzerin Chiara :-)

Die Stute war bereits früh im Herbst stets unheimlich verschwitzt, sodass die Schur sehr hoch ausfallen musste. Es sind tatsächlich nur noch die Sattellage und die Nieren vom Winterfell bedeckt. Die Beine wurden nicht geschoren, um ein Auskühlen auf der Weide zu vermeiden.


Komplettschur:

(auch Vollschur genannt)

 

Bei der Komplettschur werden auch die Beine und der Kopf mitgeschoren, lediglich die Sattellage wird ausgespart. Häufig angewendete Schur bei Stallpferden und solchen Pferden, die im Winter überwiegend in Reithallen geritten werden. Eine Abschwitzdecke ist bei dieser Schur absolute Pficht, ebenso muss eine ausreichend gefütterte Winterdecke - idealerweise mit Halsteil - aufgelegt werden!

 

Haflingerstute "Aquina" nach der Vollschur

 

 

Friesenstute "Anoeska" - Der rassetypische Behang des Friesens wurde hier nicht geschoren, er wurde bewusst stehengelassen.


Schur des Pferdekopfes:

 

Das Scheren des Pferdekopfes erfolgt überwiegend aus rein ästhetischen Gründen. Das Scheren der Haare hinter den Ohren und unter dem Kopf kann ein Verkleben und folglich mögliche Scheuerstellen verhindern.

Zur Schur des Kopfes wurde eine kleine, handlichere und leisere Akku-Schermaschine verwendet.

 

Wallach "Gonso" mit halbgeschorenem Kopf. Das Foto ist direkt einen Tag nach der Schur entstanden. Spätestens nach 7 Tagen ist der Übergang von geschorenem zu nicht geschorenem Fell kaum noch zu erkennen und es fällt nahezu nicht mehr auf, dass ein teil des Kopfes nicht geschoren worden ist.

Bei den meisten Pferden, bei denen u.a. das Entstehen möglicher Scheuerstellen des Zaumzeugs verhindert werden soll, reicht die Schur des halben Pferdekopfes. Hierbei wird bis zum Jochbeinknochen und bis zu den Ohren geschoren.